Foto: Julie Nagel
LIEBE FREUND*INNEN,
LIEBE KOLLEG*INNEN,
wir melden uns zurück aus der Sommerpause, werfen einen neugierigen Blick auf die vor uns liegenden Monate und teilen, was uns in letzter Zeit bewegt hat. Wie immer mit der Vorfreude, zusammen mit Euch durch die anstehende Spielzeit zu tanzen.
In aller Kürze geben wir Euch an dieser Stelle einen Überblick über anstehende Termine und Veranstaltungen - tragt sie Euch gerne im Kalender ein! Nachstehend findet ihr ausführlichere Infos zu den Gastspielen von ZURÜCK ZU ALI, was es Neues bei SHARED LEADERSHIP IN DANCE(SLiD) gibt und was alles im und ums STUDIO ALTE POST herum passiert.
Ihr könnt euch freuen auf ein OFFENES STUDIO am 16. September im Studio Alte Post, das sich der Wiederaufnahme von ZURÜCK ZU ALI widmen wird. Am 2.und 3. Oktober wird ZURÜCK ZU ALI an der fabrik in Potsdam gezeigt und am 28. November im KuB in Bad Oldesloe.
Einige von Euch erinnnern sich womöglich an TOUCH IS CHANGE im Sommer letzten Jahres, als SLiD gemeinsam mit weiteren Künstler*innen eingeladen hat künstlerische Praktiken von Verbindung, Solidarität und Berührung zu teilen. Dieses Jahr laden wir am 11. Dezember zu einem kollaborativen Abend mit Gäst*innen ins Studio Alte Post ein.
Bis bald bei der einen oder anderen Gelegenheit! Wir freuen uns auf Euch.
Eure
Jenny Beyer & Team
Foto: Thies Rätzke, ZURÜCK ZU ALI
ZURÜCK ZU ALI: "MICH BESCHÄFTIGT, WAS MENSCHEN DAZU BEFÄHIGT, WIDERSTAND ZU LEISTEN."
Am 25. März 2026 feierte Jenny Beyers Solo ZURÜCK ZU ALI auf Kampnagel Premiere. Ein bewegendes Tanzstück, das sich mit Familiengeschichte und Widerstand im Nationalsozialismus beschäftigt. Der Körper wird zur Erinnerungsfläche und gibt den Fragen, die aus der Verganheit in die Gegenwart reichen, tänzerisch Raum.
Wir freuen und sehr zwei anstehende Gastpsiele anzukündigen: am 2. und 3. Oktober wird ZURÜCK ZU ALI in der fabrik in Potsdam gezeigt. Und am28. November im KuB in Bad Oldesloe. Außerdem laden wir am 16. September zu einem Offenen Studio ins Studio Alte Post ein. Das Offene Studio wird ganz im Zeichen der Wiederaufnhame von ZURÜCK ZU ALI stehen.
ZURÜCK ZU ALI ist Jenny Beyers erstes abendfüllendes Solo. Es ist zutiefst persönlich und gleichzeitig politisch: Für dieses Stück begiebt Jenny sich in ein Zwiegespräch mit ihrem 2004 verstorbenen Großvater Walter „Ali“ Beyer. Er leistete bereits als Jugendlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus und war deshalb unter anderem im KZ Neuengamme inhaftiert. Das Stück fragt: Was bedeutet die Widerstandsgeschichte meines Großvaters heute – für mich selbst und für eine Gegenwart, in der rechte Bewegungen historische Verantwortung nicht nur relativieren, sondern nationalsozialistische Ideologien rhetorisch erneuern und politisch reaktivieren? Was befähigt Menschen zum Widerstand? Wo beginnt die Verantwortung der Gegenwart?
Das Stück hat viele Zuschauer*innen tief bewegt, nicht zuletzt, weil es sie mit ihrer eigenen Familiengeschichte konfrontiert. In den begleitenden OFFENEN STUDIOS - vorher und nachher - entstanden viele intensive und emotionale Gespräche über Vergangenheitsbewältigung, Erinnerung und unsere Verantwortung im Hier und Jetzt. „Das Stück arbeitet seit zwei Monaten in mir nach und hat sehr viele Prozesse in mir ausgelöst“, erzählte eine Zuschauerin. Hier geht es zum Trailer.
Um das Stück auch jüngeren Zuschauer*innen zugänglich zu machen, ist eine Pop-up-Version für schulische und andere nicht-theatrale Kontexte angedacht. ZURÜCK ZU ALI wird durch eine künstlerische Audiodeskription begleitet und somit auch blindem und sehbehinderten Publikum zugänglich gemacht.
Foto: Anngret Schultze
SHARED LEADERSHIP IN DANCE: RECHERCHE ÜBER VON KÜNSTLER*INNEN GELEITETE ORTE
Shared Leadership in Dance (SLiD), das sind die drei Hamburger Choreograf*innen Jenny Beyer, Antje Pfundtner in Gesellschaft und URSina Tossi. Gemeinsam entwickeln sie ein Modell zu Ressourcenteilung im zeitgenössichen Tanz. Einblicke in die Visionen und Ansätze gibt es in diesen Interviews: "Kreativität teilen" mit Anette Bob und "Raus aus der Konkurrenz" mit Falk Schreiber. Mit FÜHLER, einem Tanzstück von und mit Jugendlichen in Kooperation mit dem Jungen Schauspielhaus, haben sie eine erste gemeinsame Arbeit entwicklet, die jede individulle künstlerische Handschrift aufrecht erhalten hat und die im Oktober 2025 ihre Premiere und im April 2026 ihre Derniere feierte. Im Rahmen von der Tanzriennale in Hamburg gab SLiD am 19. Juni einen Input zum Thema Langfristig arbeiten – Choreograph:innen über nachhaltige künstlerische Lebenswege und leitete am 12. Juli beim Schwindelfrei Festival in Mannheim ein Tischgespräch über veränderte Arbeitsweisen in der freien Tanzszene. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen prekärer Produktionsbedingungen sowie die Frage, wie nachhaltigere und solidarischere Formen künstlerischer Zusammenarbeit entstehen können.
Im Juni hat SLiD sechs von Künstler*innen geleitete Orte in Dresdenbesucht: Die Villa Wigman, Studio 56, Tenza, das Zentralwerk, sowie die Räume von Freaks und Fremde und farbwerk. Ausgangspunkt für diesen Besuch ist ein Thema von SLiD: Raum als Ressource und der (solidarische) Umgang damit. Dabei sind von Künstler*innen geleitetet Orte besondere Orte. Sie entstehen von Künstler*inenn für Künstler*innen, bewegen sich zwischen Publikum und (Förder-)Institutionen. Drei Tage lang hat sich SLiD mit den Menschen getroffen, die diese Räume organisieren und gestalten: Was passiert, wenn die eigene künstlerische Praxis mit einem Raum verbunden wird? Können Räume sich gegenseitig besuchen, vernetzen und unterstützen? Was sind die Geschichten der Räume? Sind diese Räume safer spaces, insbesondere in Zeiten von Mittelkürzungen? Was sind Formate von Gastgeber*innenschaft? Wir danken Anne Kersting, Hermann Heisig, Katja Erfurth, Josephine Wosahlo, Julia Amme, Anna Till, Barbara Lubich, Daniela Lehman, Heiki Ikkola, Seraphine und Chiara Detscher, Jule Rottluff, Susan Schubert, Jacqueline Hamann und Jeannette Scholz für den Austausch und die Einblicke.
Was steht an bei SLiD?
Diese Recherche wirkt nach und SLiD ist u.a. beschäftigt mit der Frage, wie daran weiter angeknüpft werden kann. An dieser Stelle also schon mal ein SAVE THE DATE für den 11. Dezember 2026. Gemeinsam mit weiteren Künstler*innen lädt SLiD an diesem Tag ins Studio Alte Post ein. Stay tuned!
Außerdem gibt Ursina Tossi am 28. August und am 25. September von 18-20h ein TOUCH_LAB im Studio Alte Post. Ursina Tossis TOUCH_LABS kreisen um die Fragen: Was berührt im Tanz? Wie entsteht durch Berührung Veränderung? Wie spiegeln sich Machtstrukturen in Berührung? Und wie wird Berührung zu politischem Handeln? und laden dazu ein die Perspektive zu wechseln, sich selbst aus dem Fokus zu rücken und sich auf andere Körper und Seinsweisen einzulassen. Weiter Infos hier.
Antje Pfundtner in Gesellschaft startet im September 2026 mit jungen Menschen aus Hamburg ihre einjährige Recherche und Tischgesellschaft "Komm du mal in mein Alter!", eine a) intergenerationelle und somit mehrperspektivische Recherche über das Recht auf Altern und b) eine wortwörtliche Aufforderung, sich gegenseitig in sein jeweiliges Alter einzuladen, sich auszutauschen, zu stützen, zu ermutigen, und zu verstehen. Am 26. September findet dazu eine Tischgesellschaft auf Kampnagel statt. Weiter Infos hier.
Alle News und Aktivitäten von SLiD können bereits auf dem neu gelaunchten Instagramprofil und demnächst auf der Website verfolgt werden. Schaut vorbei!
STUDIO ALTE POST: WHAT'S NEW?
Wir freuen uns auf unsere neuen Nachbar*innen Kampnagel und K3 - Zentrum für Choreographie. Aufgrund der Renovierungsarbeiten auf Kampnagel, die diesen Herbst beginnen und Kampangel zur "performativen Baustelle" werden lassen (keine Sorge, der Spielbetrieb wird aufrecht erhalten), zieht ein Teil von Kampnagel und K3, insbesondere Büro- und Probenräume, um aufs Gelände der Alten Post und somit in direkte Nähe zu unserem Studio Alte Post. Wir freuen uns drauf und sind gespannt auf die Impulse, die das für das Alte Post Gelände bedeuten wird.
ÜBERBLICK TERMINE HERBST & WINTER 2026
TOUCH_LAB VON URSINA TOSSI
28. August | 18–20 Uhr | Studio Alte Post
25. September |18–20 Uhr | Studio Alte Post
OFFENES STUDIO
16. September | 18–20 Uhr | Studio Alte Post
TISCHGESELLSCHAFT VON ANTJE PFUNDTNER IN GESELLSCHAFT
26. September | 13:30h | Kampnagel
GASTSPIEL ZURÜCK ZU ALI
2. Oktober | 10:30h (Schulaufführung) und 19h | fabrik Postdam
3. Oktober | 19h | fabrik Potsdam
28. November | 19h | KuB Bald Oldesloe
SLID LÄDT EIN
11. Dezember | genauere Infos folgen