Kollaboration

Seit 2006 ist Jenny Beyer Gastgeberin und Co-Initiatorin von kollaborativen Projekten. Alles begann mit Sweet & Tender Collaboration, einer Künstlerinitiative, die sich der Selbstorganisation, Kollaboration und Solidarität verschrieben hatte und die zwischen 2006 und 2012 aktiv war. Im K3 | Tanzplan Hamburg startete Jenny Beyer das Kollektivprojekt TREFFEN TOTAL (2010, 2014, 2016, 2018), an dem zeitweise bis zu 30 Künstler*innen aktiv waren. Das aktuelle Format der KOLLABORATORIEN widmet sich in einer Serie von Arbeitstreffen dem Austausch mit Kolleg*innen über die Rolle des Publikums im Kontext verschiedener künstlerischer Arbeiten.

TREFFEN TOTAL 2010
TREFFEN TOTAL 2010
TREFFEN TOTAL 2016
TREFFEN TOTAL 2016
TREFFEN TOTAL 2018
TREFFEN TOTAL 2018

Kollaboration ist (für Dich)

Kollaboration ist nicht dasselbe wie Kooperation. Das Ziel einer Kollaboration ist die Kollaboration selbst. Kollaboration ist nicht effizient. Sie kann heterogen, gar antagonistisch sein. Sie ist polyphon. Sie schafft Zeit. Sie braucht Zeit. Kollaboration ist unkalkulierbar. Sie ist großzügig und prekär. Sie ist eine Übung im Geben. Im Zuhören. Im Loslassen. Kollaboration ist eine gemeinschaftliche Praxis, um individuelle Wünsche, Werte und Anliegen auszudrücken. Kollaboration strebt keinen Konsens an. In einer Kollaboration lösen sich Rollen, Hierarchien werden erkannt, aber niemals festgelegt. Kollaboration ist ein Schutzraum: ein sicherer Ort, an dem Begegnungen stattfinden können.

Kollaborationen ließen mich meine Arbeit anders sehen, indem ich das, was ich tue, während des gemeinsamen Arbeitens durch die Augen anderer erlebte. Meine Arbeitspartner*innen wurden zu Freund*innen und ich entdeckte dadurch eine andere Verantwortung für meine Arbeit. Das zu erleben lehrte mich Kunst über ihren ästhetischen oder marktökonomischem Wert hinaus zu verstehen – und zwar als Quelle individueller und kollektiver Ermächtigung. Denn: Wenn wir künstlerische Praxis teilen, um uns gegenseitig zu stärken, bekommen wir nicht nur die Gelegenheit, uns von ästhetischen und ökonomischen Zwängen der Kunst zu emanzipieren, sondern- und das ist noch wichtiger- fördern eine andere Perspektive auf ihre Produktionsbedingungen und Inhalte. 

Dieser Text entstand im August 2020 in Zusammenarbeit mit Igor Dobricic

 

weitere Infos zu den Projekten

 

TREFFEN TOTAL 2018
https://treffentotal.de/page/2/

TREFFEN TOTAL 2016
https://treffentotalblog.wordpress.com/

TREFFEN TOTAL 2010
https://treffentotal.wordpress.com/

Sweet & Tender Collaborations
https://www.flickr.com/photos/sweetandtender/sets/

 

OFFENES STUDIOKollaboration
DEUX NÄCHSTE PREMIERE
KAMPNAGEL 07.04.21