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NEWS 2026

LIEBE FREUND*INNEN,
LIEBE KOLLEG*INNEN,

das neue Jahr ist gestartet – und wir blicken mit Freude auf die laufenden und kommenden Projekte. Mit diesem Jahresnewsletter möchten wir Euch einen Einblick geben in das, was vor uns liegt, und Lust machen auf ein Jahr voller Tanz, Austausch und Begegnung.

Am 25. März feiern wir unsere nächste Premiere auf Kampnagel! Nach zwei großen Gruppenstücken über kollektive Entscheidungsprozesse (ENSEMBLE 2023 und ATTEMPTS OF TOGETHERNESS 2025) wendet sich Jenny nun einer sehr persönlichen Geschichte zu: Das dokumentarische Tanzsolo  ZURÜCK ZU ALI handelt von Jennys Großvater Walter „Ali“ Beyer, der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus kämpfte. ZURÜCK ZU ALI ist eine Suche nach Erinnerung, Haltung und Weitergabe – und danach, wie sich Geschichte im Körper einer Enkelin fortschreibt. Der Entstehungsprozess zu ZURÜCK ZU ALI wird von Offenen Studiosbegleitet. Die nächsten Termine dafür sind am 05.02. (Studio Alte Post), sowie am 06.03. und 20.03. auf Kampnagel. Für den Herbst/Winter 2026 ist eine Gastpiel-Tour geplant. 

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit ist SHARED LEADERSHIP IN DANCE (SLiD) – ein Modellprojekt gemeinsam mit den Hamburger Choreograf*innen Antje Pfundtner in Gesellschaft und Ursina TossiSeit gut einem Jahr erproben wir hier neue Formen der strukturellen und finanziellen Teilung von Ressourcen in der freien Tanzszene Hamburgs.

Nach einem wunderbaren Auftakt mit TOUCH IS CHANGE im Sommer 2025 konnten wir u.a. eine künstlerische Residenz von Kai Er Eng zu Wheelchair Partnering ermöglichen und mit FÜHLER – in Kollaboration mit dem Jungen Schauspielhaus Hamburg und 26 Jugendlichen – eine erste gemeinsame Produktion realisieren. Was SLiD für 2026 plant, teilen wir sehr bald. Seid gespannt!

Wir freuen uns außerdem sehr auf weitere Aufführungen von FÜHLER28. + 29. Januar, 02. + 03. Februar, 15. + 16. April, jeweils um 19 Uhr. Weitere Infos findet Ihr hier. Auch unsere SLiD-Partner*innen zeigen zu Beginn des Jahres eigene Arbeiten: Ursina Tossis neues Stück E(R)DEN feiert am 19. Februar Premiere auf Kampnagel. Antje Pfundtner in Gesellschaft zeigt die Wiederaufnahme von OH, A VISITOR! am 21. und 22. März am Theater Rampe in Stuttgart.

Auch möchten wir den Moment nutzen um euch auf unsere wunderschöne Broschüre hinzuweisen, die drei Jahre GEBEN-NEBEN-BRAUCHEN dokumentiert und Jenny in ihren Arbeitsweisen und Projekten zeigt. Reinblättern lohnt sich! 

Wir freuen uns, Euch bei der einen oder anderen Gelegenheit zu treffen!

Eure Jenny & Team

Foto: Julie Nagel, ZURÜCK ZU ALI

DER KÖRPER ALS MEDIUM, DER KÖRPER ALS ERINNERUNG

In dem Solo ZURÜCK ZU ALI tanzt Jenny Beyer selbst, während ihr Gesprächspartner – ihr 2004 verstorbener Großvater Walter Beyer – abwesend ist. Walter Beyer wuchs in einem kommunistisch geprägten Arbeitermilieu in Hamburg auf und beteiligte sich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am Widerstand u.a. durch das Verteilen von Flugblättern. Er wurde inhaftiert, in Arbeitslager verschleppt und überlebte nur durch die Hilfe von Mithäftlingen. Auch seine Schwestern und viele Freund*innen wurden verhaftet, einige ermordet. Das Solo von Jenny Beyer bewegt sich auf zwei Ebenen: einer dokumentarischen, die die Erinnerung an die NS-Zeit und deren heutige Relevanz thematisiert, und einer persönlichen, die sich mit der Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihrem Großvater beschäftigt. Ihr Körper wird zum Medium der Erinnerung und zur Plattform für die Auseinandersetzung mit der Geschichte ihres Großvaters.

Im Solo „Zurück zu Ali“ geht Jenny Beyer zunächst in einen Prozess der Recherche und Reflexion. Ziel ist es, die Geschichte ihres Großvaters sowohl historisch als auch biografisch zu rekonstruieren. In einem zweiten Schritt wird sie sich damit auseinandersetzen, wie sie diese sehr persönliche Geschichte auf der Bühne zeigen möchte. Dabei stellt sie sich grundlegende Fragen: Welche Relevanz hat die Widerstandsbiografie ihres Großvaters für die heutige Zeit? Wie kann die Bühne als Ort der Wissensvermittlung genutzt werden? Und welche Rolle spielt ihre persönliche Beziehung zu ihm – kann sie stolz auf ihn sein, obwohl sie selbst nichts zu seinem Widerstand beigetragen hat?

"Die Fragen, die mich beschäftigen, sind: Was ist an der Geschichte von Opa Ali erzählenswert? Was möchte ich weitergeben und warum? Warum erzähle ich nicht von meinem anderen Großvater, der Nazi war, oder tue ich das automatisch? Wie wird der Moment der Aufführung zu einem Erinnern an Widerstand im nationalsozialistischen Deutschland? Welche Geschichten kommen zum Vorschein, wenn biografische Zeugnisse und eigene Erinnerungen aufeinandertreffen? Teilen wir Geschichte oder teilen wir eher persönliche Erinnerungen?“

ZURÜCK ZU ALI wird durch eine künstlerische Audiodeskription begleitet und somit auch blindem und sehbehinderten Publikum zugänglich gemacht. Tickets und Aufführungsdaten gibt es hier. 

Foto: Sinje Hasheider

SHARED LEADERSHIP IN DANCE: COMMITMENT ZUR KOLLABORATION

Mit Shared Leadership in Dance (SLiD) hat die Stadt Hamburg zum ersten Mal eine Fortsetzung der TANZPAKT Förderung auf Landesebene ermöglicht und so können wir unsere Vision eines kollaborativen Modells im zeitgenössischen Tanz basierend auf Ressourcenteilung von Jenny Beyer, Antje Pfundtner in Gesellschaft und URSina Tossi in die Tat umsetzen. In dem Interview "Kreativität teilen" mit Anette Bob wird das Modell ausführlicher erklärt. Das ganze Interview gibt es hier zu lesen. Ein weiteres Interview "Raus aus der Konkurrenz" mit Falk Schreiber von der TANZ gibt es hier.

Spieltermine FÜHLER

Die gemeinsame SLiD Produktion FÜHLER wird weiterhin am Jungen Schauspielhaus gezeigt. FÜHLER wird begleitet von einer künstlerisch integrierten Audiodeskription und verhandelt das Thema der Berührung: Vielleicht ist es soweit und wir sind bereits in einer Zeit angekommen, von der es später heißen wird: Weißt Du noch, die Zeit, als Körper zum Tabu wurden und Berührungen abhanden kamen? Sie wurden durch Likes ersetzt. Berührungen haben angefangen, zu stören: Zu nah, zu anzüglich, zu neugierig, zu freiheitsliebend, zu sinnlich – einfach zu gefährlich! Dabei gibt es schon immer eine große Sehnsucht danach, von etwas oder jemandem berührt zu werden, Geborgenheit zu erfahren, Verbindung zu spüren – mit der Welt, meinem Gegenüber, mit dem Regentropfen, der meine Fingerspitze trifft. Die nächsten Aufführungen sind am 28. + 29. Januar, 02. + 03. Februar, 15. + 16. April jeweils 19h. Weitere Infos hier

Premiere E(R)DEN von URSina Tossi

Die Choreografin Ursina Tossi und ihr Team erkunden mit ihrer neuen Arbeit E(R)DEN den ambivalenten Charakter des »Gartens Eden«. Das Paradies ist für sie weder ein jenseitiger, noch idyllischer Ort, kein religiöser Kontrollraum, kein Sehnsuchtsort und kein touristisches Ressort. Was, wenn das Paradies keine geografische Lage, sondern eine Haltung des Teilens und Öffnens ist? Premiere: 19.02.2026, weitere Aufführungen: 20.-22.03. jeweils 19:30h, Kampnagel. 

Wiederaufnahme OH, A VISITOR! von Antje Pfundtner in Gesellschaft

Antje Pfundtner in Gesellschaft zeigt ihr Stück OH, A VISITOR! am 21. und 22.03. am Theater Rampe in Stuttgart. Dieses Stück ist ein Trio, das bei jeder Aufführung neu wächst. Denn OH, A VISITOR! ist immer wieder eine Einladung an weitere Künstler*innen, sich vor und während der Aufführung die Bühne mit Antje Pfundtner in Gesellschaft zu teilen, verschwundene Bühnenszenen zusammenzulegen, Unsichtbares sichtbar zu machen, dem Verschwinden zu trotzen und gemeinsam einer Logik nachzugehen: Wenn ich Gäste empfange und ihnen Kuchen anbiete, bleibt am Ende weniger für mich übrig. Teile ich mit den Gästen wiederum Ideen, habe ich am Ende mehr.

Broschüre Geben-Nehmen-Brauchen

Das dreijährige, von Tanzpakt Stadt Land Bund geförderte Projekt Geben-Nehmen-Brauchen ist zu Ende gegangen. Drei Jahre, in denen wir unsere eigene künstlerische Praxis mit der Neugier verbunden haben, welchen gesellschaftlichen Auftrag die darstellenden Künste – und insbesondere der Tanz – erfüllen können. Es wurden verschiedene Räume geöffnet: für gemeinsames Forschen, neue Formate, Publikumsbeteiligung, vielfältigen Austausch sowie künstlerische Produktion. Rückblickend auf die vielen Projekte und Erlebnisse der letzten drei Jahre haben wir gemeinsam mit dem Grafikbüro Hansen2 eine Broschüre erstellt, die sowohl in gedruckter Form als auch digital vorliegt. Wenn ihr ein gedrucktes Exemplar möchtet, sprecht uns gerne an!

ÜBERBLICK TERMINE 2026

OFFENE STUDIOS

05. Februar | 18–20 Uhr | Studio Alte Post
06. März | 18–20 Uhr |  Kampnagel
20. März | 18-20 Uhr | Kampnagel 

 

ZURÜCK ZU ALI

Premiere 25. März | 20 Uhr | Kampnagel
weitere Aufführungen 26.-28. März | 20 Uhr | Kampnagel

 

FÜHLER

28. & 29. Januar, 02. & 03. Februar, 15. & 16. April 2026 | jeweils 19h | Junges Schauspielhaus Hamburg

 

E(R)DEN VON URSINA TOSSI

Premiere 19.02.2026, weitere Aufführungen: 20.-22.03. jeweils 19:30h | Kampnagel

 

OH, A VISITOR! VON ANTJE PFUNDTNER IN GESELLSCHAFT

21. und 22.03. | Theater Rampe in Stuttgart
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